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(red) Bauarbeiten am umstrittenen Siedlungsprojekt Rehagen haben begonnen – Nachgebesserter Bauantrag vor wenigen Tagen eingereicht.

Trotz anhaltend massiver Kritik aller Umweltverbände und Experten zu den Bebauungsplänen am Rehagen zieht der Senat das Bauvorhaben unbeirrt durch. Nur wenige Tage nach Eingang des Bauantrages wurde bereits der Bauzaun aufgestellt. Anwohner fürchten, daß die Stadt nun schnell Fakten schaffen will, bevor die Ergebnisse der noch ausstehenden Umweltverträglichkeitsprüfungen die Bebauung der Fläche verhindern. Ebenfalls ist die Fläche „Wildes Moor“ in der Hummelsbütteler Feldmark auch ein halbes Jahr nach medienwirksamen Fallenlassen der Expressbaupläne nicht wieder verpachtet sondern wird offensichtlich zur kurzfristigen Bebauung vorgehalten.

Die Sachlage ist eindeutig. Immer mehr Verbände positionieren sich gegen den Fraß von ökologisch und klimatologisch bedeutsamen Grünflächen. Nicht nur in der aktuellen Zeitschrift des Hamburger Grundeigentümerverbands wird ausdrücklich vor den kommenden Problemen der aktuellen „kopflosen“ Baupolitik gewarnt. Stattdessen wird für eine gut geplante Nachverdichtung plädiert. Sogar im Mieterjournal positioniert sich der Mieterverein eindeutig zur Baupolitk und fordert die Stadt auf, die ökologischen Aspekte zum Wohle der Hamburger stärker zu berücksichtigen. Professsor Jörg Knieling, Leiter des Fachgebiets Stadtplanung der HafenCity Universität bringt es auf Punkt: „Tabuflächen für die Ausweisung von Bauland sollten sein: Natur- und Landschaftsschutzgebiete, aus Sicht des Klimawandels bedeutsame Flächen, Schneisen für Kalt- und Frischluftentstehung und -transport, wie Grünachsen oder grüne Ringe.“

„Hamburg betreibt nach leninistisch-marxistischem Vorbild derzeit stumpf die reine Plansollerfüllung der Wohnbauzahlen. Dabei werden sämtliche Aspekte einer nachhaltigen und lebenswerten Stadtplanung zu Lasten aller Hamburger und der Umwelt vollständig ignoriert.“ So der Vorstand des Vereins zum Erhalt der Feldmark. „Am Rehagen versuchte sich die Stadt mit einem wissenschaftlich nicht haltbaren klimatologischen Gutachten reinzuwaschen. Das Gutachten führt bspw. aus, daß ohne negative Auswirkungen Gebäude so hoch errichtet werden könnten, wie die umstehenden Bäume. Die Bäume würden bereits den Luftstrom verhindern. Auch rechnet das Gutachten mit extrem windstiller, anstelle einer in Hamburg üblichen Wetterlage und kommt dann auch zum Schluß, daß die Bebauung keinerlei negative Auswirkung auf einen kaum vorhandenen Luftstrom hätte. Diese Aussagen lassen bereits den Laien erkennen, daß das Gutachten grob mangelhaft ist. Wir fordern den Senat auf, den Bau unverzüglich einzustellen bis die gesamten Auswirkungen - auch auf Wasserhaushalt (Trinkwassergewinnung und Speisung der Moore) sowie auf faunistische und avifaunistische Vorkommen - vollständig und wissenschaftlich nachvollziehbar ermittelt und bewertet wurden. Selbst die Umweltbehörde weist diese Flächen bereits jetzt als Lebensraum besonders geschützter Tierarten aus, so daß eine Bebauung schon allein deshalb unzulässig ist. Zudem haben wir dem Senat fünf alternative Bauflächen in Hummelsbüttel außerhalb der Hummelsbütteler Klimaachse vorgeschlagen. Wieso trotzdem unbedingt am Rehagen gebaut werden soll, ist nicht nachvollziehbar.

Wir appellieren nachdrücklich an BUND und NaBu, rechtliche Schritte gegen die Bebauung und damit einhergehende vorsätzliche Zerstörung der Hummelsbütteler Klimaachse einzuleiten, um so Ihrer Verantwortung gegen die desaströse Baupolitik der Stadt nachzukommen.“

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