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(ms) Über 180 Jahre ist sie schon alt, die "Volksdorfer Friedenseiche", die schräg gegenüber vom Museumsdorf steht. Sie wurde gepflanzt um 1830, als Volksdorf noch ein kleines Bauerndorf war. Es gab dort auch schon lange ein von vielen unbeachtetes Schild mit der Aufschrift 1870/71, das an den deutsch-französischen Krieg erinnern sollte, was aber wohl nur für diejenigen ersichtlich war, die in Geschichte gut aufgepasst hatten.

Nach diesem Krieg wurden in Deutschland viele "Friedenseichen" gepflanzt. In Volksdorf wurde einfach der in der Mitte des Dorfes stehende seinerzeit schon rund 40 Jahre alte Baum als Friedenseiche ausgewählt und fortan so benannt. Später entstanden neben dem Baum das Hotel-Restaurant "Zur Friedenseiche" (dort wo jetzt das Haspa-Gebäude steht) und das "Spritzenhaus", das auch nicht mehr existiert.

Hans-Hermann Wölfert vom Betreiberverein des Museumsdorfes Volksdorf "De Spieker" hat sich lange intensiv für die Anbringung einer weiteren Gedenktafel eingesetzt (das Volksdorf Journal berichtete). Nun hat seine Beharrlichkeit zum Erfolg geführt. Zusammen mit Jürgen Fischer, dem 1. Vorsitzenden des Vereins, enthüllte er am vergangenen Dienstag (27.03.) den neuen Gedenkstein. In seiner Ansprache hob er hervor, dass der alte Baum zu den wenigen noch vorhandenen historischen Bestandteilen von Volksdorf gehört. Hier sei insbesondere die "Historische Zeile" wichtig: die Ferck'sche Kate, das Kaiser Wilhelmdenkmal, die Friedenseiche, der Dorfkrug, das Museumsdorf, der Eulenkrug, das Liebermannhaus, das Hartjenhaus, die Räucherkate, das Weitzmann Haus und der Mahr'sche Hof. Um aufzuzeigen, wie sehr die Friedenseiche in der Erinnerung der "Altvolksdorfer" vorhanden ist, zitierte er Auszüge aus einem Gedicht seiner früheren Klassenkameradin Helga Rose-Ulffers:

120331-friedenseiche-02Das alte Dorf ist lange fort.
Du Friedenseiche stehst noch dort
als stummer Zeuge alter Zeit
hast dich dem Wechsel nicht gebeugt.

Wenn neben dir auch Mauern fallen,
sich neue Mauern um dich ballen,
bleib' standhaft großer alter Baum,
Bewahr mir meinen Kindertraum.

(Das gesamte Gedicht ist im Spieker-Jahrbuch 2010 abgedruckt).

Der Verein "De Spieker" hat nach Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt einen Stein vom Gelände des Museumsdorfes gewählt, die Tafel daran angebracht und für die Aufstellung gesorgt.

Auch Jürgen Fischer hielt noch eine kurze Ansprache vor den versammtelten Zuschauern. Darin würdigte er ausdrücklich den Einsatz von Hans-Hermann Wölfert, merkte aber auch kritisch an, dass die Eiche im Laufe ihrer Geschicht wohl nicht immer den an sie gestellten Erwartungen gerecht werden konnte, gab aber seiner Hoffnung Ausdruck, dass sie es zukünftig schaffen möge.

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