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(ct/ms) Im Rahmen der letzten Sitzung des Regionalausschusses Walddörfer am vergangenen Donnerstag (24.05.) stellte die FRANK-Gruppe ihr Konzept für die Sanierung, Nutzung und Finanzierung der Ohlendorff'schen Villa im Zentrum Volksdorfs vor.

Das Wichtigste vorab: Die Investitionskosten für die Sanierung der Villa liegen etwa bei 650.000 Euro. Vorgesehen ist ein Nutzungs-Mix aus Kultur, Kinderkrippe und Gastronomie. Die Fertigstellung ist für den Sommer des nächsten Jahres geplant. Die Villa soll an eine noch zu gründende Stiftung übergeben werden.

Seit dem Auszug des Ortsamtes aus der Ohlendorff'schen Villa herrschte Ungewissheit, was nun aus dem Gebäude wird. Angestrebtes Ziel war es, sowohl von vielen Volksdorfern, als auch von Seiten der Politik, die Villa für die Öffentlichkeit zu erhalten. Eine öffentlich-kulturelle Nutzung unter Führung des Kulturkreises Walddörfer war von Anfang an im Gespräch. Allerdings wollte die Stadt die erforderlichen Kosten für die Renovierung und den Unterhalt der Villa nicht aufbringen, und der Kulturkreis konnte es nicht. So wurde das Modell einer Stiftung favorisiert. Trotz intensiver Verhandlungen mit mehreren Interessenten war es lange Zeit nicht gelungen diese Idee zu realisieren. Nun sieht es so aus, als wäre eine Lösung gefunden.

Der FRANK Heimbau Nord GmbH, einem Tochterunternehmen der FRANK-Gruppe, war bereits im Januar 2012 das Projekt von der Stadt zur Planung anhand gegeben worden. Die Organisation der Villa sieht FRANK über die Einrichtung einer Stiftung inklusive eines Stiftungsbeirats vor. Der Vorstand der Stiftung wird u. a. mit je einem Vertreter aus dem Kulturkreis Walddörfer und der FRANK-Gruppe besetzt. Insofern entspricht das Konzept dem, das der Kultukreis Walddörfer entwickelt hatte.

Im Erdgeschoss des Gebäudes soll ein Café eingerichtet werden, das von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet ist. Konkrete Gespräche mit einem Nutzer werden dazu bereits geführt. Im Untergeschoss soll eine Kinderkrippe für 12-15 Kinder im Alter bis maximal 3 Jahre entstehen, die von 8:00 bis 12:30 Uhr öffnet. Das Obergeschoss kann vom Kulturkreis Walddörfer, von Clubs und Vereinen oder anderen Organisationen genutzt werden. Dort befinden sich zudem die Büroräume der Stiftung, die halbtags besetzt sind.

Um die Ohlendorff'sche Villa wieder zu einem öffentlichen Begegnungsort zu verwandeln, sind einige bauliche Veränderungen erforderlich. Die Villa muss im Straßenbild des Volksdorfer Zentrums eine stärkere Rolle spielen. Ein Pavillon und Außengastronomie im Vorgarten verbessern deutlich die Anbindung der Villa an die Straße Im Alten Dorfe. Zudem sollen im Bereich der Zufahrt einige wenige Pkw-Stellplätze entstehen. Eine rollstuhlgerechte Rampe soll im Eingangsbereich realisiert werden. Ziel ist es, das Gebäude auch innen behindertengerecht zu gestalten. Auf der Südseite der Villa gewährt eine großzügige Terrasse einen freien Blick auf den Park. Die Kinderkrippe im Untergeschoss wird durch eine Außentreppe und einen separaten Eingang erschlossen.

Das mit der Stadt Hamburg abgestimmte Budget für die Modernisierung liegt bei rund 650.000 Euro. Der Café-Betreiber soll als Hauptmieter der Villa die laufenden Betriebskosten sowie eine Reserve erwirtschaften. Die Kinderkrippe ist ebenfalls ein Dauermieter. Die übrigen Räume wie die Bibliothek im Erdgeschoss sowie die sonstigen Räume im Obergeschoss können zu günstigen Konditionen für Veranstaltungen angemietet werden. Für die Möblierung im Erdgeschoss ist der Café-Betreiber verantwortlich, im Obergeschoss könnten Möbel- und Einrichtungsgegenstände zum Beispiel über Patenschaften finanziert werden. Dieses Prinzip wurde auch schon erfolgreich durch die Stiftung Museumsdorf Volksdorf bei der Möblierung des Wagnerhofes angewendet. Der Zeitplan sieht vor, dass die Sanierung der Ohlendorff'schen Villa im Sommer 2013 abgeschlossen ist.

„Die Ohlendorff'sche Villa hat es verdient, wieder in den Mittelpunkt des Volksdorfer Lebens zu rücken. Unser Konzept ist wirtschaftlich solide und offen für eine vielseitige Nutzung", erklärte Marc Schauenburg, geschäftsführender Gesellschafter der FRANK-Gruppe, vor dem Regionalausschuss der Walddörfer.

Die geplante Neubebauung neben der Ohlendorff'schen Villa besteht aus drei Baukörpern mit jeweils fünf attraktiven Eigentumswohnungen. Die Fassaden bestehen aus hochwertigem Klinker und werden sich harmonisch in das Stadtbild Volksdorfs einfügen. Die Fertigstellung der Wohnungen ist für Anfang 2014 vorgesehen.

Kommentar:

Ob sich später alles genau so umsetzen lässt, wie es der jetzige Planentwurf vorsieht, bleibt abzuwarten. Allerdings waren sich (fast) alle bei der Sitzung des Regionalausschusses einig, dass damit eine Lösung gefunden wurde, mit der alle zufrieden sein können, wenn auch die eine oder andere bittere Pille geschluckt werden muss. So werden von den bisher bestehenden 90 Parkplätzen auf dem Grundstück nur ca. 50 erhalten bleiben. Auch der eine oder andere Baum wird wohl weichen müssen. Da die Renovierungskosten aus dem Verkauf der geplanten 15 Wohnungen erwirtschaftet werden müssen, war zu erwarten, dass Kompromisse notwendig sind. Letztlich hat aber hoffentlich jetzt das lange Ringen um den Erhalt der Villa ein Ende und wir Volksdorfer können uns freuen, dass uns das schöne alte Haus samt Park erhalten bleibt.(ms)

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