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(kfi/ms) In den vergangenen Jahren haben spektakuläre Ausflüge insbesondere von Schwarzwild aber auch von Rehwild in den Walddörfern zugenommen. Der Sprung eines Wildschweins durch die geschlossene Fensterscheibe eines Volksdorfer Büros vor zwei Jahren ist sicher noch vielen in Erinnerung.

Eine Große Anfrage der FDP-Bezirksfraktion sowie eigene Recherchen in den Jagd- und Artenschutzberichten des Landes Schleswig-Holstein zeigen, dass insbesondere das Schwarzwild ein ernst zu nehmendes Problem darstellt. Während die Jagdstrecke bei Rehwild sowohl in Wandsbek als auch in den angrenzenden Kreisen Segeberg und Stormarn in den vergangenen zehn Jahren in etwa konstant blieb, haben sich die jährlichen Abschusszahlen bei Schwarzwild im Kreis Segeberg mit 2.149 mehr als verdoppelt, im Kreis Stormarn mit 1.243 sogar verdreifacht. Für den Jagdbezirk Wandsbek reichen die Zahlen nur bis 2005 zurück. In diesem Zeitraum liegt kein eindeutiger Trend vor.

Wie sich aus der Anfrage ergibt, sieht die Behörde für Wirtschaft und Verkehr diese Entwicklung recht entspannt. Man „plant derzeit mangels Erfordernis keine vorbeugenden Maßnahmen", eine „Einschätzung [der weiteren Entwicklung der Schwarzwildbestände] ist nicht möglich". Auch über den Zeitaufwand, den die schwierige und oft bei Nacht erforderliche Schwarzwildjagd beim Forstpersonal sowie in der privaten Jägerschaft erfordert, hat die Behörde keine Kenntnis.

Der Vorsitzende der FDP-Bezirksfraktion Wandsbek, Dr. Klaus Fischer, meint dazu: „Fachleute sehen die Entwicklung beim Schwarzwild schon seit Jahren mit Sorge. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die äußerst mobilen Schwarzkittel in größerer Zahl nach Hamburg einwandern. Um dies zu verhindern, müsste Hamburg verstärkt die Zusammenarbeit mit Schleswig-Holstein suchen und sich besser organisieren. Die FDP wird hierzu in Kürze Vorschläge vorlegen. Die Antwort der Wirtschaftsbehörde zeigt aber auch, dass es in Hamburg an einer einheitlichen und vor allem fachkundigen Führung der Forstverwaltung mangelt. Die zersplitterten Zuständigkeiten zwischen Wirtschaftsbehörde, dem federführenden Bezirksamt Harburg, das für die Betriebsabläufe aller Hamburger Förstereien zuständig ist, und dem örtlich zuständigen Bezirksamt Wandsbek ist ineffizient."

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