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Leider nur ausgesprochen selten so leer, die Halenreie an der Einmündung des Waldweges

(ms) In der letzten Woche hat sich am Montagabend (03. Dezember) schon wieder ein schwerer Unfall in der Halenreie ereignet (das Volksdorf Journal berichtete). Eine 40-jährige Mini-Fahrerin hatte einen Fußgänger übersehen. Der 78-Jährige erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und musste mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Wann wird in diesem äußerst gefährlichen Streckenabschnitt endlich für eine gefahrlose Querungsmöglichkeit gesorgt?

Das unbeschadete Überqueren der Halenreie im Bereich zwischen der Einmündung des Waldweges und Kattjahren ist für Fußgänger und Fahrradfahrer eher Glücksache. Diese Problematik ist in der Vergangenheit schon mehrfach bei verschiedenen Gelegenheiten angesprochen worden. Doch bisher ist nichts passiert und es sieht im Moment auch nicht so aus, als würde sich an dieser gefährlichen Situation bald etwas ändern.

Bereits in seiner Sitzung am 15. Dezember 2011 hatte sich der Regionalausschuss Walddörfer mit einer Eingabe befasst, in der die Gefährlichkeit der Überquerung der Halenreie von der Bushaltestelle aus, zum Beispiel zum Forum des Walddörfer Sportvereins oder zum Wochenmarkt hin, geschildert wurde. In diesem Schreiben wurde die Schaffung einer „Sprunginsel" angeregt.

Daraufhin fasste der Regionalausschuss einen einstimmigen Beschluss, in dem die Bezirksversammlung gebeten wurde zu beschließen:

"Die zuständige Dienststelle zu bitten die Möglichkeit einer Sprunginsel im Kreuzungsbereich Waldweg / Halenreie / Kattjahren zu prüfen und dem Regionalausschuss Walddörfer einen Sachstandsbericht zum Kreisverkehr Ecke Halenreie / Kattjahren zu geben. Außerdem wird darum gebeten, zu beiden Möglichkeiten eine Kostenanalyse zu fertigen und die voraussichtliche Dauer der Maßnahmen in Bezug auf Planung und Umsetzung mitzuteilen."

Dieser Beschluss wurde von der Bezirksversammlung im März gefasst. Dann hat die zuständige Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) dazu Stellung genommen.

Danach wird „der Bau einer Schutzinsel („Sprunginsel") an der geforderten Stelle vonseiten der Polizei ... als problematisch angesehen".

Ein Grund hierfür ist danach, dass offensichtlich viele Fußgänger nicht wissen, dass sie bei einer Fußgängerschutzinsel in Bezug auf den Fahrverkehr wartepflichtig sind. Gerade wenn ein Bus noch schnell erreicht werden soll, befürchtet die Polizei hier Unfälle, die auf Missverständnissen bezüglich der Wartepflicht beruhen.

Auch aufgrund der vorgeschriebenen Mindestgröße von 1,60 bis 2,40 Metern Tiefe und 4 bis 5 Metern Breite sei eine derartige Insel erst weit hinter dem Einmündungsbereich denkbar. Der Grund dafür läge darin, dass „in diesem drei Verkehre abgewickelt werden, die von allen Verkehrsteilnehmern höchste Konzentration und intensive Beobachtung des Verkehrsgeschehens erfordern." Daher sei „eine Schutzinsel aufgrund der Verkehrsdichte nur im hinteren Bereich (30 Meter zurück in Richtung Sasel) möglich." Bei einer derart gelegenen Insel bezweifelt aber die Polizei wohl zu Recht die Inanspruchnahme, weil der zusätzliche Weg zu lang wäre.

Zum zweiten Teil des Beschlusses (Stand des Kreisverkehrs) führt die Behörde aus, dass eine im Jahre 2007 durchgeführte Prüfung ergab, dass „ein kleiner Kreisverkehr eine gut geeignete Alternative zu einer Signalisierung der Einmündung darstellt."

Allerdings stünde zurzeit kein geeigneter Haushaltstitel mehr zur Verfügung, da die ehemals für die Kreisverkehre eingeplanten Mittel in den Titel „Neu-, Um- und Ausbau von Straßen" umgeschichtet worden seien. Andererseits würde dadurch der Bau von Kreisverkehren nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Im Rahmen von Grundinstandsetzungen sowie Neu-, Um- und Ausbauten von Knotenpunkten seien sie weiterhin denkbar. Allerdings sei in der jetzigen Planung für den Knotenpunkt Halenreie/Kattjahren ein Kreisverkehr noch nicht vorgesehen. Ein wesentlicher Aspekt für den Umfang der umzusetzenden Maßnahmen sei die Sanierungsbedürftigkeit der vorhandenen Fahrbahnflächen. „Zu den zeitlichen Perspektiven können aufgrund des gegenwärtigen Sachstandes noch keine Angaben gemacht werden.", so die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) in ihrer Stellungnahme gegenüber der Bezirksversammlung.

Nun ist inzwischen beschlossen worden, dass in dem in Rede stehenden Bereich diese Sanierungsbedürftigkeit vorliegt, und daher tatsächlich eine Grundinstandsetzung vorgenommen werden soll. Auf Nachfrage der Redaktion des Volksdorf Journal teilte Franziska Hoppermann (CDU, Vorsitzende ihrer Fraktion im Regionalausschuss Walddörfer und Mitglied im Verkehrsausschuss) allerdings mit, dass noch nicht bekannt sei, wann die Grundinstandsetzung durchgeführt werden soll.

Mit anderen Worten: Zurzeit ist keine Änderung der gefährlichen Situation in Sicht. Der neuerliche Unfall sollte aber die zuständigen Behörden zum schnellen Handeln veranlassen.

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